Was sind Community-Initiativen?

Sie möchten etwas Großes erreichen? Haben Sie eine Idee, die nicht in einen einzelnen Release-Zyklus passt? Vielleicht eine Verbesserung, die über den technischen Rahmen der Änderungsrichtlinie hinausgeht? Möchten Sie sicherstellen, dass die Community Ihr Ziel unterstützt und dass Sie über die nötigen Ressourcen und Zugriffsrechte verfügen, um es zu verwirklichen? Eine Community-Initiative könnte genau das Richtige für Sie sein!

Die Fedora Community-Initiativen (ehemals „Objectives“, also „Ziele“) sind Projekte, die sich nicht nahtlos in den halbjährlichen Fedora Linux-Releasezyklus einfügen. Sie benötigen in der Regel mehr Zeit (z.B. 8-18 Monate) und beschränken sich nicht auf Entwicklungsprojekte. Weitere wichtige Bereiche sind Administration, Dokumentation, Öffentlichkeitsarbeit, Motivation, Kommunikation, Budgetierung und Best Practices. Innerhalb des Projekts sind diese unter dem Stichwort Mindshare zusammengefasst. Der Fedora Council strebt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Entwicklungsprojekten und Projekten an, die mit Mindshare verknüpft sind.

Die Hauptaufgabe des Fedora Council besteht darin, die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele der Fedora-Community festzulegen und das Projekt so zu organisieren und zu unterstützen, dass diese Ziele bestmöglich erreicht werden. Jeder kann dem Rat eine Community-Initiative vorschlagen. Diese muss, um angenommen zu werden, der Mission und den langfristigen Zielen von Fedora entsprechen.

Jede Community-Initiative hat einen designierten Leiter. Dieser ist während der gesamten Laufzeit der Initiative Mitglied des Councils und verantwortlich für die Koordination der Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Community-Initiative sowie für die Bewertung und Berichterstattung über die Fortschritte. Der Leiter arbeitet regelmäßig mit allen relevanten Gruppen in Fedora zusammen, um sicherzustellen, dass Fortschritte erzielt werden.

Eine Community-Initiative vorschlagen

Um dem Council eine Community-Initiative vorzuschlagen, sollte der Leiter diese zunächst im #council-Tag im Fedora-Diskussionsforum diskutieren. Bei positiver Resonanz kann anschließend ein Ticket erstellt werden. Selbstverständlich müssen die Beteiligten bereit sein, die notwendige Arbeit zu leisten – eine Community-Initiative ohne engagierte Mitstreiter wird nicht weit kommen.

Für den Erfolg von Community-Initiativen ist ein Führungsteam mit klar definierten Verantwortlichkeiten erforderlich. So können beispielsweise die Rollen von Projektleitung, Technik, Marketing und Dokumentation je nach Größe und Umfang der Initiative getrennt werden. Der Council kann Antragstellern bei Bedarf helfen, die geeigneten Projektmitarbeiter zu finden.

Executive Sponsors

Jede Community-Initiative benötigt einen Executive Sponsor. Dies kann jedes aktuelle Mitglied des Councils sein – gegebenenfalls sogar der Leiter einer anderen Initiative. Sie sollten im Rahmen der Community-Diskussion einen Sponsor finden, bevor Sie ein Ticket einreichen. Sobald sich jemand bereit erklärt hat, die Verantwortung zu übernehmen, kann der Vorschlag weiterverfolgt werden.

Aufgaben des Executive Sponsors

Ein Mitglied des Fedora Council wird bis zum Abschluss der Community-Initiative oder bis zum Ende seiner Amtszeit im Rat (je nachdem, was zuerst eintritt) zum Executive Sponsor ernannt. Der Executive Sponsor ist für die Zusammenarbeit mit dem Projektleiter verantwortlich und fungiert als zentrale Anlaufstelle für das Fedora-Projekt auf höchster Ebene. Er vertritt die übergeordneten Ziele des Fedora-Projekts, sei es die Fedora-Strategie oder ein spezifischer Interessensbereich (z.B. Diversität, Gleichstellung und Inklusion, Entwicklung, Öffentlichkeitsarbeit). Der Executive Sponsor ist nicht direkt an der Umsetzung der Projekte beteiligt, sondern setzt sich für die Initiative ein und kann durch die Bereitstellung von Ressourcen, die Beseitigung von Hürden bei der Arbeit, die Beratung zu Council- und Projektperspektiven sowie die allgemeine Unterstützung der Initiative zum Erfolg beitragen.

Ein Executive Sponsor kann feststellen, dass er diese Rolle für eine Community-Initiative nicht mehr ausüben kann, sei es aufgrund des Auslaufens seiner Amtszeit im Fedora Council oder weil er nicht mehr über die nötigen Kapazitäten verfügt. In diesem Fall müssen der Executive Sponsor und der Lead gemeinsam ein anderes Mitglied des Fedora Council finden, das die Rolle des Executive Sponsors übernehmen kann.

Beziehung zwischen Leiter und Executive Sponsor

Die Zusammenarbeit zwischen dem Leiter der Community-Initiative und dem Executive Sponsor liegt weitgehend in deren Hand. Es wird jedoch empfohlen, dass sich Leiter und Sponsor regelmäßig (z.B. wöchentlich oder vierzehntäglich) treffen, um den Fortschritt zu besprechen und Herausforderungen zu identifizieren. Der Leiter sollte den Executive Sponsor regelmäßig über die Arbeit, die Einbindung der Community und benötigte Unterstützung informieren. Er sollte damit rechnen, dass der Executive Sponsor Fragen stellt, weitere Teams oder Personen für die Zusammenarbeit vorschlägt und Vorschläge zur Beschaffung der benötigten Ressourcen unterbreitet. Der Executive Sponsor wird den Leiter regelmäßig bitten, dem Fedora Council über Fortschritte und Meilensteine zu berichten.

Wie werden Community-Initiativen finalisiert?

Nach Ablauf der voraussichtlichen Laufzeit der Initiative (wie in der Antrags-/Annahmephase festgelegt) bewertet der Rat deren Fortschritte. Sind alle oder die wichtigsten Ziele erreicht, wird die Initiative beendet. Sind die Ziele nahezu erreicht und steigert die weitere Arbeit die Wirkung wesentlich, kann die Initiative für einen vereinbarten Zeitraum fortgeführt werden. Danach wird sie beendet. Initiativen dürfen nicht unbegrenzt laufen.

Derzeitige 12-18-monatige Community-Initiativen

Dieser Abschnitt dokumentiert die aktuellen Initiativen, die der Council angenommen hat:

Git Forge Initiative 2025

Vision

Fedora-Entwickler und die Fedora-Community mit einem optimierten Workflow durch eine konsolidierte Git-Quellcodeverwaltungs- und Problemverfolgungslösung ausstatten, die von Forgejo auf der Fedora-Infrastruktur unterstützt wird.

Mission

Ziel ist es, die Quellcodeverwaltung, die Fehlererfassung und das Projekthosting von Fedora auf einer einzigen Forgejo-Plattform zu konsolidieren, die auf dem Fedora OpenShift Cluster bereitgestellt wird. Dadurch werden Bugzilla ersetzt und Pagure (src.fedoraproject.org und pagure.io) eingestellt. Gleichzeitig wird ein Migrationspfad für Fedora-Projekt-Repositories angeboten, die derzeit auf externen Plattformen gehostet werden.

Leiter der Community-Initiative

Ryan Lerch (@ryanlerch)

Executive Sponsor

Aoife Moloney (@amoloney), die während ihres Mutterschaftsurlaubs von Jef Spaleta (@jspaleta) vertreten wird

Zeitrahmen

18 Monate

Details zur Community-Initiative

Lesen Sie die Wiki-Seite.

Geschichte

Früher hießen Community-Initiativen „Objectives“ („Ziele“). Diese Umbenennung erfolgte im Februar 2023 nach einer persönlichen Diskussion des Fedora Council im Rahmen unseres Hackathons 2023 in Frankfurt am Main. Wir einigten uns darauf, „Objectives“ in „Community Initiatives“ umzubenennen, da der Council diese Bezeichnung als verständlicher und kommunizierbarer für die Rolle dieser Initiativen in Fedora empfand. An den Zielen selbst ändert sich nichts; es handelt sich lediglich um eine semantische Änderung.