Erstellen und Verwenden eines Live-Installationsabbilds

Chase Lau, ctrngk, Das Fedora-Dokumentationsteam Version unknown Last review: 2026-02-22

Fedora Linux herunterladen

Laden Sie Fedora Linux von https://fedoraproject.org/ herunter.

Fedora Linux ist frei verfügbar und wird in verschiedenen Versionen angeboten, um unterschiedliche Anforderungen zu decken. Wenn Sie Fedora das erste mal ausprobieren, sind die Workstation und Plasma Editionen eine ausgezeichnete Wahl für den allgemeinen Desktop-Einsatz.

Neben den Flaggschiff-Editionen gibt es:

  • Atomic Desktops, die moderne Technologie nutzen, um Systemdateien in einem geschützten Zustand zu halten.

  • Fedora Spins, die ein anderes Erscheinungsbild haben und verschiedene Anpassungsmöglichkeiten bieten.

  • Fedora Labs, die Softwarepakete für spezifische Anwendungsfälle anbieten.

Weitere Informationen und eine Übersicht aller verfügbaren Optionen finden Sie unter https://fedoraproject.org/.

Erstellen eines Live-USB-Flash-Laufwerks mit Fedora Media Writer

Alle Daten auf dem ausgewählten USB-Flash-Laufwerk gehen verloren. Bitte sichern Sie wichtige Dateien vor dem Fortfahren an einem anderen Ort.

Fedora Media Writer ist das offizielle und empfohlene Werkzeug zum Erstellen eines Fedora-Linux-USB-Flash-Laufwerks. Sie benötigen eine Internetverbindung und ein USB-Speichergerät mit einer Kapazität von mindestens 8 GB.

  1. Laden Sie Fedora Media Writer von https://fedoraproject.org/workstation/download/ herunter und installieren Sie es.

  2. Öffnen Sie Fedora Media Writer und stellen Sie sicher, das das richtige USB-Flash-Laufwerk ausgewählt ist.

  3. Wählen Sie „Automatisch herunterladen“ oder alternativ „.iso-Datei auswählen“, falls Sie bereits ein Fedora-Linux-Abbild heruntergeladen haben.

  4. Folgen Sie den Anweisungen, um Ihre bevorzugte Fedora Linux-Option auszuwählen und mit dem Schreiben des Abbilds auf das USB-Speichergerät zu beginnen.

Fedora Media Writer überprüft den Download automatisch und prüft das Abbild, sobald es auf das USB-Flash-Laufwerk geschrieben wurde. Ihr Fedora Linux Live-USB-Speichergerät ist nun einsatzbereit.

Mehr erfahren Sie in der Dokumentation zu Fedora Media Writer.

Wiederherstellung des USB-Speichergeräts

Nachdem Sie Ihr Fedora Linux Live-USB-Flash-Laufwerk verwendet haben, möchten Sie es möglicherweise wieder zum Speichern von Dateien nutzen. Einige Betriebssysteme erkennen das USB-Speichergerät erst nach der erneuter Formatierung. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, formatieren Sie das USB-Speichergerät mit dem Fedora Media Writer, so dass es wieder zum Speichern von Dateien verwendet werden kann.

Alternative Methoden zur Erstellung eines Live-USB-Speichergeräts

Erstellung eines Live-USB-Speichergeräts mit dem Werkzeug dd

Das Werkzeug dd ist standardmäßig auf den meisten Linux-Distributionen sowie macOS installiert.

Der Befehl dd führt zu einem vollständigen Datenverlust auf dem Ziellaufwerk. Daher muss besonders darauf geachtet werden, das richtige Ziellaufwerk auszuwählen. Die Aktion kann nach Ausführung des Befehls nicht rückgängig gemacht werden.

Alle Daten auf dem ausgewählten USB-Flash-Laufwerk gehen verloren. Bitte sichern Sie wichtige Dateien vor dem Fortfahren an einem anderen Ort.

Schritt 1 – Ihr Fedora-Linux-Abbild herunterladen und verifizieren

  1. Laden Sie die gewünschte Version von Fedora Linux von https://fedoraproject.org/ herunter.

  2. Schauen Sie auf https://fedoraproject.org/security/ nach Anweisungen, wie Sie die Integrität des Abbilds verifizieren können.

Schritt 2 – Ihr USB-Flash-Laufwerk korrekt identifizieren

  1. Entfernen Sie Ihr USB-Flash-Laufwerk.

  2. Führen Sie im Terminal Folgendes aus:

    $ lsblk
  3. Schließen Sie Ihr USB-Flash-Laufwerk wieder an.

  4. Führen Sie lsblk erneut aus. Das nun neu in der Liste angezeigte Gerät sdX ist Ihr USB-Flash-Laufwerk.

  5. Sie können eine Gegenprobe vornehmen, indem Sie die in der Ausgabe angegebene Kapazität für sdX mit der physischen Kapazität Ihres USB-Flash-Laufwerks vegleichen.

Schritt 3 – Das Laufwerk vorbereiten und den Befehl ausführen

  1. Hängen Sie die Partition(en) auf dem USB-Flash-Laufwerk folgendermaßen aus:

    $ sudo umount /dev/sdX
  2. Erstellen Sie den Befehl dd sorgfältig. Beispiel mit Erläuterung:

    $ sudo dd if=/Pfad/zu/Fedora-Workstation-Live.iso of=/dev/sdX bs=4M status=progress && sync
    • if=/Pfad/... - Eingabedatei. Geben Sie den genauen Pfad und Dateinamen an.

    • of=/dev/sdX - Ausgabedatei und Zielgerät. Ersetzen Sie X durch den entsprechenden Buchstaben Ihres USB-Flash-Laufwerks. Hier bitte kurz innehalten und Ihre Eingaben nochmals überprüfen.

    • bs=4M - Blockgröße von 4 Megabyte. Dieser Wert beeinflusst sowohl die gesamte Schreibdauer als auch die RAM-Auslastung (4 MB werden empfohlen, sind aber nicht kritisch).

    • status=progress - Zeigt die voraussichtliche Zeit bis zur Fertigstellung an.

    • && sync - Schreibt Kernelpuffer auf das Laufwerk, wodurch das Risiko verringert wird, dass Sie das Laufwerk entfernen, bevor der Schreibvorgang abgeschlossen ist.

  3. Drücken Sie die Eingabetaste und warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist.

Ihr Fedora Linux Live-USB-Flash-Laufwerk ist nun einsatzbereit.

Wenn Ihre Version von dd die Option status=progress nicht unterstützt, wird der Schreibfortschritt möglicherweise nicht angezeigt.

Weitere Werkzeuge

Weitere Werkzeuge, mit denen sich ein Live-USB-Flash-Laufwerk erstellen lässt, sind unter anderem Gnome Disks, Unetbootin, Rufus und balenaEtcher. Anleitungen zur Verwendung finden Sie in der Dokumentation des jeweiligen Werkzeugs.

Starten von USB-Medien

Fast alle modernen PCs können von USB-Flash-Laufwerken booten. Wie man dem System jedoch mitteilt, von einem USB-Flash-Laufwerk zu starten, ist von System zu System sehr unterschiedlich. Zunächst können Sie Folgendes versuchen:

  1. Schalten Sie den Rechner aus.

  2. Schließen Sie das USB-Laufwerk an einem USB-Port an.

  3. Entfernen Sie alle anderen Wechseldatenträger, wie CDs, DVDs, Disketten oder andere USB-Medien.

  4. Schalten Sie den Rechner ein.

  5. Wenn der Computer so konfiguriert ist, dass er automatisch vom USB-Laufwerk startet, wird ein Bildschirm mit „Automatic boot in 10 seconds…​“ und einem Countdown angezeigt.

    Bei einem nativen UEFI-Bootvorgang wird Ihnen ein deutlich minimalistischeres Bootmenü angezeigt.

Wenn der Computer wie gewohnt von der Festplatte startet, müssen Sie ihn manuell so konfigurieren, dass er vom USB-Laufwerk startet. Normalerweise funktioniert das folgendermaßen:

  1. Warten Sie auf einen sicheren Zeitpunkt zum Neustart.

  2. Achten Sie beim Neustart des Computers genau auf die Anweisungen zum Drücken der richtigen Taste. In der Regel muss eine Funktionstaste, Esc, Tab, F11, F12 oder Entf gedrückt werden, um das Bootmenü (BIOS setup, firmware oder UEFI) aufzurufen. Halten Sie die Taste gedrückt. Sollten Sie das Zeitfenster verpassen (oft nur wenige Sekunden), starten Sie den Computer neu und versuchen Sie es erneut. (Wenn dies nicht funktioniert, lesen Sie im Handbuch Ihres Computers nach.)

  3. Verwenden Sie die Firmware, das BIOS, die Benutzeroberfläche oder das Bootmenü, um Ihr USB-Laufwerk an die erste Stelle der Bootreihenfolge zu setzen. Es wird möglicherweise als Festplatte und nicht als Wechseldatenträger angezeigt. Die Vorgehensweise kann je nach Hardwarehersteller leicht variieren.

    Ihr Computer könnte nicht mehr starten oder an Funktionalität verlieren, wenn Sie weitere Einstellungen ändern. Zwar lassen sich diese Einstellungen rückgängig machen, aber Sie müssen sich dazu merken, was Sie geändert haben.
  4. Änderungen speichern, beenden, und der Computer sollte vom USB-Laufwerk starten.

Verfügt Ihr System über UEFI-Firmware, können Sie das USB-Flash-Laufwerk in der Regel im UEFI-nativen Modus oder im BIOS-Kompatibilitätsmodus starten. Starten Sie im UEFI-nativen Modus und installieren Sie Fedora, erhalten Sie eine Fedora-Installation im UEFI-nativen Modus. Starten Sie hingegen im BIOS-Kompatibilitätsmodus und installieren Sie Fedora, erhalten Sie eine Fedora-Installation im BIOS-Kompatibilitätsmodus.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der UEFI-Seite. USB-Flash-Laufwerke, die aus x86_64-Abbildern mit dem Fedora Media Writer, mit GNOME Laufwerke, dd oder anderen Dienstprogrammen im dd-Stil beschrieben wurden, sind nativ bootfähig unter UEFI. Flash-Laufwerke, die mit anderen Dienstprogrammen beschrieben wurden, sind möglicherweise nicht nativ bootfähig unter UEFI, und Flash-Laufwerke, die mit i686-Abbilderm beschrieben wurden, sind niemals UEFI-bootfähig.

Identifizieren eines USB-Flash-Laufwerks unter Linux

Die meisten Schreibmethoden erfordern unter Linux die Kenntnis des /dev-Namens Ihres USB-Flash-Laufwerks, z.B. /dev/sdc. Für die Verwendung des Fedora Media Writers ist dies nicht notwendig. So finden Sie ihn heraus:

  1. Stecken Sie das USB-Flash-Laufwerk in einen USB-Anschluss.

  2. Öffnen Sie ein Terminal und führen Sie dmesg aus.

  3. Gegen Ende der Ausgabe sehen Sie etwa Folgendes:

    [32656.573467] sd 8:0:0:0: [sdX] Attached SCSI removable disk

    sdX wird sdb, sdc, `sdd`usw. sein.

Dies ist der Name des Datenträgers, den Sie verwenden werden. Wir nennen ihn fortan sdX. Falls Sie mehrere USB-Flash-Laufwerke an das System angeschlossen haben, achten Sie darauf, das richtige auszuwählen. Oftmals werden Herstellername oder Kapazität in der Ausgabe angezeigt, anhand derer Sie das richtige Laufwerk identifizieren können.

Fehlerbehebung an einem Live-USB-Medium

Probleme mit livecd-iso-to-disk

Die Partition ist nicht als „bootable“ (startfähig) gekennzeichnet

Falls Sie die Meldung Partition ist nicht als bootfähig markiert! erhalten, müssen Sie die Partition als bootfähig markieren. Führen Sie dazu den Befehl parted /dev/sdX aus und verwenden Sie den Befehl toggle N boot, wobei X für den entsprechenden Buchstaben und N für die Partitionsnummer steht. Zum Beispiel:

$ parted /dev/sdb
GNU Parted 1.8.6
/dev/sdb wird verwendet
Willkommen zu GNU Parted! Rufen Sie »help« auf, um eine Liste der verfügbaren Befehle zu erhalten.
(parted) print
Modell: Imation Flash Drive (scsi)
Festplatte /dev/sdX: 1062MB
Sektorgröße (logical/physical): 512B/512B
Partitionstabelle: msdos

Nummer  Anfang   Ende     Größe    Typ     Dateisystem  Flags
 1      32.3kB  1062MB  1062MB  primär  fat16

(parted) toggle 1 boot
(parted) print
Model: Imation Flash Drive (scsi)
Disk /dev/sdX: 1062MB
Sector size (logical/physical): 512B/512B
Partition Table: msdos

Nummer  Anfang   Ende     Größe    Typ     Dateisystem  Flags
 1      32.3kB  1062MB  1062MB  primär  fat16        boot

(parted) quit
Information: Vergessen Sie nicht, /etc/fstab zu aktualisieren, falls nötig.
Partitionen benötigen eine Dateisystembezeichnung

Falls Sie die Meldung Dateisystembezeichnung ist erforderlich oder UUID für Ihr USB-Gerät erhalten, müssen Sie die Partition kennzeichnen: dosfslabel /dev/sdX LIVE.

Die Partition hat unterschiedliche physische/logische Enden

Wenn Sie diese Meldung von fdisk erhalten, müssen Sie möglicherweise den Flash-Speicher beim Schreiben des Abbilds neu formatieren, indem Sie beim Schreiben auf das Flash-Laufwerk die Option --format angeben.

MBR (Master Boot Record) scheint leer zu sein

Falls Ihr Teststart einen beschädigten Bootsektor meldet oder Sie die Meldung MBR scheint leer zu sein. erhalten, müssen Sie den Master Boot Record (MBR) installieren oder zurücksetzen, indem Sie beim Beschreiben des Sticks das Argument --reset-mbr übergeben.

livecd-iso-to-disk auf anderen Linux-Distributionen

livecd-iso-to-disk ist nicht dafür vorgesehen, auf einem Nicht-Fedora-System ausgeführt zu werden. Selbst wenn das Werkzeug auf einer anderen Distribution wider Erwarten läuft und einen USB-Stick scheinbar erfolgreich beschreibt, kann es durchaus vorkommen, dass der Stick anschließend nicht bootet. Die Verwendung von livecd-iso-to-disk auf einer anderen Distribution als Fedora wird nicht unterstützt und es ist nicht davon auszugehen, dass sie funktioniert; bitte verwenden Sie stattdessen eine alternative Methode, wie zum Beispiel den Fedora Media Writer.

Testen eines USB-Flash-Laufwerks mit qemu

Sie können Ihren Stick mit QEMU testen.

$ sudo umount /dev/sdX1
$ sudo qemu -hda /dev/sdX -m 1024 -vga std

Einhängen eines Live-USB-Dateisystems

Sie können das Skript liveimage-mount aus dem Paket livecd-tools verwenden, um ein angeschlossenes Live-USB-Gerät oder ein anderes LiveOS-Abbild – wie etwa eine ISO-Datei oder eine Live-CD – einzubinden. Dies ist besonders praktisch, wenn Sie Dateien in das Dateisystem eines Live-USB-Mediums kopieren oder daraus extrahieren möchten, oder wenn Sie einfach nur die Dateien innerhalb einer Live-ISO oder Live-CD einsehen wollen.

Erstellen und Verwenden einer Live-CD

Wir verwenden in allen Befehlsbeispielen Fedora Release 42. Falls Sie eine andere Release-Version verwenden möchten, ändern Sie einfach die Versionsnummer entsprechend.

Erste Schritte

Zur Erstellung eines Live-Abbilds werden die Pakete livecd-creator und mock verwendet. Hierfür sind Superuser-Rechte erforderlich.

Das Werkzeug livecd-creator ist Teil des Pakets livecd-tools. Falls es nicht auf Ihrem System installiert ist, fügen Sie es zusammen mit allen anderen Werkzeugen wie mock, lorax, git, pykickstart und einem Texteditor mit DNF hinzu:

$ sudo dnf install livecd-tools mock

Hinweis: Wir erstellen eine Live-CD ähnlich dem Abbild fedora-live-workstation, das vollständig lokalisiert ist, aber standardmäßig Englisch verwendet. Sie müssen keine eigene Lokalisierungsunterstützung installieren. Sie können die Sprache bei Bedarf in der erstellten kickstart.cfg ändern.

Konfiguration Ihres Systems

Wir müssen Ihren aktuellen Benutzer zur mock-Gruppe hinzufügen, oder Sie müssen alle Aktionen als Root-Benutzer ausführen.

Nun erstellen wir die Gruppe „mock“:

$ sudo newgrp mock

Wenn Sie nun Folgendes eingeben:

$ sudo groups

Dann sollte Ihr Benutzername zusammen mit den alten Gruppen und der neuen Gruppe „mock“ ausgegeben werden. Falls dies nicht der Fall ist, haben Sie etwas falsch gemacht.

$ sudo usermod -aG mock $(whoami)

Der Befehl $(whoami) fügt Ihren aktuellen Benutzer hinzu, da wir Ihren aktuellen Benutzernamen nicht kennen ;)

Ein erneutes Anmelden, um die Änderung wirksam werden zu lassen, wäre ratsam, oder Sie wechseln jetzt zum Root-Benutzer.

Erstellen Ihrer Bauumgebung

Jetzt können wir die Bauumgebung initialisieren. In diesem Beispiel verwenden wir höchstwahrscheinlich x86_64, aber wenn Sie es für ARM oder PowerPC erstellen, können Sie einfach eine andere Konfiguration verwenden, indem Sie den ARCH-Typ auf die gewünschte Plattform ändern!

$ sudo mock -r /etc/mock/fedora-42_x86_64.cfg --init

Mock erstellt uns dafür eine leere Toolbox, die wir mit Paketen füllen müssen, welche wir später zum Erstellen des Abbilds benötigen. Wenn Sie sich jetzt fragen: „Warum so kompliziert?“, haben Sie nur teilweise Recht. Eine Toolbox ist im Grunde ein einfacher Container, den wir benötigen, um die Arbeit für verschiedene Fedora-Versionen zu trennen. Andernfalls müssten Sie die verschiedenen Builds selbst überschreiben und vermischen.

Stellen Sie sicher, dass Sie über ausreichend freien Speicherplatz für alle diese Dateien und die Dateien verfügen, die livemedia-creator später herunterlädt. Wir empfehlen mindestens 10 GB freien Speicherplatz.

$ sudo mock -r /etc/mock/fedora-42_x86_64.cfg --install lorax anaconda git pykickstart vim lorax anaconda git pykickstart vim libblockdev-lvm libblockdev-btrfs libblockdev-swap libblockdev-loop libblockdev-crypto libblockdev-dm libblockdev-mdraid libblockdev-part libblockdev-fs libblockdev-nvme libblockdev-mpath

Wenn Sie nicht „vim“ als Texteditor verwenden möchten, müssen Sie ihn jetzt installieren. Andernfalls sind Sie auf eine nicht optimal integrierte Standardinstallation von „vim“ angewiesen, deren Nutzung etwas umständlich sein kann. Keine Sorge, wir bearbeiten ohnehin nicht viel innerhalb der Toolbox, Vim reicht völlig aus.

Nun betreten wir zum ersten Mal die Toolbox …​

$ mock -r /etc/mock/fedora-42_x86_64.cfg --shell --isolation=simple --enable-network

Dies stellt eine Shell und Netzwerkunterstützung bereit, sodass die Skripte innerhalb der Toolbox auf das Internet zugreifen und Pakete aus den Paketquellen installieren können.

Sie sehen dann etwa folgende Ausgabe:

INFO: mock.py version 6.3 starting (python version = 3.13.7, NVR = mock-6.3-1.fc42), args: /usr/libexec/mock/mock -r fedora-42-x86_64 --shell --isolation=simple --enable-network
Start(bootstrap): init plugins
INFO: selinux enabled
Finish(bootstrap): init plugins
Start: init plugins
INFO: selinux enabled
Finish: init plugins
INFO: Signal handler active
Start: run
Start(bootstrap): chroot init
INFO: calling preinit hooks
INFO: enabled root cache
INFO: enabled package manager cache
Start(bootstrap): cleaning package manager metadata
Finish(bootstrap): cleaning package manager metadata
INFO: Package manager dnf5 detected and used (fallback)
Finish(bootstrap): chroot init
Start: chroot init
INFO: calling preinit hooks
INFO: enabled root cache
INFO: enabled package manager cache
Start: cleaning package manager metadata
Finish: cleaning package manager metadata
INFO: enabled HW Info plugin
INFO: Package manager dnf5 detected and used (direct choice)
Finish: chroot init
Start: shell
<mock-chroot> sh-5.2#

Nun müssen wir die Kickstart-Dateien, die in früheren Fedora-Versionen als Paket enthalten waren, von den Fedora-Servern herunterladen:

$ git clone https://pagure.io/fedora-kickstarts -b f42

Sie können die Seite mit einem normalen Browser aufrufen, um zu sehen, welche Tags (auch „Branches“ genannt) wie „f42“ verfügbar sind, falls Sie eine weitere Version erstellen möchten. Aktuell wird ein Git-Checkout in das aktuelle Verzeichnis Ihrer Toolbox durchgeführt. Großer Vorteil: Es besteht keine Gefahr, Dateien auf Ihrem Betriebssystem zu überschreiben.

ACHTUNG: Bevor Sie fortfahren, stellen Sie sicher, dass Sie mindestens 10 GB freien Speicherplatz auf Ihrer Systempartition haben, da wir zahlreiche RPM-Dateien herunterladen und ein Abbild mit einer Größe von mindestens 2,3 GB erstellen werden. Sollten Sie nicht genügend Speicherplatz haben, können alle weiteren Schritte mit den unterschiedlichsten Fehlermeldungen fehlschlagen, und Sie werden VIEL Zeit verschwenden!

Was wir jetzt noch brauchen, ist eine Kickstart-Datei. Noch nie davon gehört? Keine Panik! :D

Eine Kickstart-Datei enthält Informationen über die Größe des temporären Laufwerks im später gestarteten Live-Abbild, dessen Einhänginformationen, die enthaltenen Pakete usw. Sie müssen das Rad nicht neu erfinden, also keine Sorge. Hier ist ein Beispiel:

%include fedora-live-workstation.ks
%packages
# Packages we want to have
thunderbird
# Package groups excluded from @workstation-product-environment
-@guest-desktop-agents
-@libreoffice
-@multimedia
# Packages excluded from @workstation-product
-rhythmbox
-unoconv
# Packages excluded from @gnome-desktop
-gnome-boxes
-gnome-connections
-gnome-text-editor
-baobab
-cheese
-gnome-clocks
-gnome-logs
-gnome-maps
-gnome-photos
-gnome-remote-desktop
-gnome-weather
-orca
-rygel
-totem
%end

Was Sie sehen, ist nur ein Ausschnitt aller möglichen Optionen, denn der vorherige Git-Checkout hat einen kompletten Satz bereits funktionierender Kickstart-Dateien heruntergeladen, die wir zu einer neuen kickstart.cfg-Datei zusammenfügen werden.

Die obige Datei entfernt Pakete und Paketgruppen aus dem später erstellten Abbild im Vergleich zum normalen Fedora-Live-Workstation-Abbild. Wir nennen diese Datei eine Delta-Datei, da sie lediglich die Unterschiede zwischen unserem Abbild und dem ursprünglichen Fedora-Live-Workstation-Abbild definiert.

Sie sehen Folgendes:

%include fedora-live-workstation.ks

Dies beinhaltet die ursprüngliche Kickstart-Konfiguration (ks) für das ursprüngliche Fedora-Live-Workstation-Abbild als Basisdatei. Die übrigen Zeilen „überschreiben“ die Abschnitte in der Originaldatei. Sie teilen Kickstart also einfach mit, was im Vergleich zum Fedora-Live-Workstation-Abbild gewünscht ist und was nicht.

Erstellen der Kickstart-Dateien

In diesem Beispiel haben wir einige Gnome-Anwendungen entfernt und erhalten das, was Sie als „Fedora-Minimal-Workstation“-Abbild kennen.

Nehmen Sie dieses Beispiel und speichern Sie es in einer Datei ab – Sie könnten sie beispielsweise „example-START.ks“ nennen. Stellen Sie sicher, dass Sie diese Datei später eindeutig als Ausgangspunkt Ihrer Arbeit identifizieren können. Denn nun werden wir die eingebundenen Dateien „zusammenführen“ – bzw. „abflachen“ – zu einer einzigen großen kickstart.cfg-Datei, die wir später für den livemedia-creator benötigen werden.

$ ksflatten -c as-you-like-START.ks -o kickstart.cfg

Das Problem, vor dem Sie jetzt stehen, ist, dass es nicht sofort funktioniert, da ksflatten nicht alle benötigten einzubeziehenden Dateien findet. Sie können dies auf zwei Arten lösen:

a) Sie verschieben Ihre ks-Datei in ein Verzeichnis namens „fedora-kickstarts“ und wechseln mit cd hinein, oder

b) Sie führen den obigen Befehl aus und kopieren alle Dateien, die er in der Fehlermeldung nennt, von „fedora-kickstarts“ nach „.“, bis er aufhört, sich zu beschweren.

Ab sofort sollten Sie Änderungen nur noch in der erstellten Datei kickstart.cfg vornehmen, andernfalls müssen Sie den nächsten Schritt immer wieder wiederholen.

Korrigieren des „Mount“-Fehlers

In beiden Fällen erhalten Sie eine fehlerhafte cfg-Datei, da die verwendeten Include-Dateien den Einhängepunkt „/“ zweimal definieren, was zu einem Fehler führt. Das lässt sich leicht beheben:

$ sudo vim kickstart.cfg

Suchen Sie nach „# Disk partitioning information“ und ändern Sie die zwei Zeilen, die mit „part /“ beginnen, in diese EINE Zeile:

part / --fstype="ext4" --size=8576

Wir werden versuchen, das Problem zu beheben, aber es könnte bis Fedora 45 dauern.

Erstellen des ISO-Abbilds

Nun zum Teil, auf den Sie gewartet haben: Erstellen wir das ISO-Abbild.

$ livemedia-creator --ks kickstart.cfg --no-virt --resultdir /var/lmc --project MEINPROJEKTNAME --make-iso --volid MEINE_ID --iso-only --iso-name <DATEINAME>.iso --releasever 42 --macboot

Bitte ersetzen Sie Folgendes:

„MEINPROJEKTNAME“ – das ist Ihr interner Projektname, der in der Datei /etc/os-release erscheint. „MEINE_ID“ – das ist der Name der eingehängten ISO-Datei. UND SEHR WICHTIG, falls Sie im GRUB auf diese ISO verweisen möchten: „<DATEINAME>“ – das ist der Name der erstellten ISO-Datei unter /var/lmc.

In etwa 15 Minuten, wenn alles funktioniert, haben Sie ein Abbild namens <Dateiname>.iso IN IHREM WERKZEUGKASTEN erstellt.

Um herauszukommen, geben Sie

$ exit

ein und kopieren es an den gewünschten Ort. Zum Beispiel:

$ cp /var/lib/mock/fedora-42-x86_64/root/var/lmc/<Dateiname>.iso /home/themasteruser/Downloads/Images/

Nun haben Sie verschiedene Möglichkeiten, Ihr Abbild zu testen:

a) Mit Gnome Boxen können Sie es einfach in Ihrer Desktop-Umgebung ausführen, was wesentlich einfacher ist.

oder

b) Verwenden Sie die QEMU-Linie im nächsten Abschnitt.

Herzlichen Glückwunsch: Sie haben Ihr eigenes Live-Abbild erstellt. Hier noch ein paar Tipps:

  • Falls Sie Dienste benötigen, die ausgeführt werden, schauen Sie der Datei kickstart.cfg nach dem Eintrag syslive.service

  • Wenn Sie Konfigurationsdateien für die Dienste einfach einfügen möchten, müssen Sie Ihr eigenes RPM-Paket erstellen.

  • Wenn Sie eigene Pakete im Abbild verwenden möchten, müssen Sie eine benutzerdefinierte Paketquelle hinzufügen. Siehe „repo“ in kickstart.cfg.

Testen Ihrer Live-CD mit KVM oder QEMU

QEMU mit Fedora 17

Führen Sie Folgendes aus:

$ sudo qemu-kvm -m 2048 -vga qxl -cdrom Dateiname.iso

Falls Sie keine Unterstützung für KVM haben, müssen Sie stattdessen qemu verwenden.

$ sudo qemu-system-x86_64 -m 2048 -vga qxl -cdrom Dateiname.iso

Ersetzen Sie Dateiname.iso durch den Namen Ihres erstellten Live-CD-Abbilds und qemu-system-x86_64 durch eine geeignete QEMU-Binärdatei für das Zielsystem, zum Beispiel qemu-system-i386.

Verifizierung von Live-Abbild-Medien

Das Live-Abbild kann Funktionen zur Selbstverifizierung enthalten. Dazu muss isomd5sum sowohl auf dem System, mit dem das Abbild erstellt wurde, als auch im Abbild selbst installiert sein. Dies ist erforderlich, damit die Dienstprogramme implantisomd5 und checkisomd5 verwendet werden können. Diese Dienstprogramme nutzen die Möglichkeit, eine md5sum in den Anwendungsbereich des ISO-9660-Images einzubetten. Diese wird dann vor dem Einhängen des eigentlichen Root-Dateisystems verifiziert.