Java installieren
Java ist eine beliebte Programmiersprache, mit der sich Programme auf vielen Plattformen, darunter auch Fedora, ausführen lassen. Um Java-Programme zu erstellen, benötigen Sie ein JDK (Java Development Kit). Zum Ausführen eines Java-Programms benötigen Sie eine JVM (Java Virtual Machine), die mit der JRE (Java Runtime Environment) bereitgestellt wird. Installieren Sie im Zweifelsfall das JDK, da dies mitunter auch dann erforderlich ist, wenn Sie keine Java-Programme schreiben möchten.
Es gibt viele Java-Varianten und von jeder Variante zahlreiche Versionen. Wenn Sie eine bestimmte Anwendung ausführen möchten, prüfen Sie in der Dokumentation der Software, welche Java-Versionen unterstützt oder getestet wurden. Die meisten Java-Anwendungen laufen auf einem der folgenden:
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OpenJDK – eine Open-Source-Implementierung der Java-Plattform, Standard-Edition. Diese Version wird empfohlen und ist in Fedora enthalten.
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Oracle Java SE – Das frühere Oracle SE wird nicht mehr von Fedora vertrieben.
Sie finden die folgenden Versionen:
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Die
LTS-Versions mit Langzeitunterstützung, gegenwärtig 21, 25 -
die neueste, gegenwärtig 24
OpenJDK installieren
So installieren Sie OpenJDK aus den Fedora-Paketquellen:
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Führen Sie folgenden Befehl aus, um die verfügbaren Versionen aufzulisten:
dnf search openjdk
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Kopieren Sie die Version von OpenJDK, die Sie installieren möchten.
| Es sind verschiedene Varianten von OpenJDK verfügbar. Informationen zu diesen Optionen finden Sie auf der OpenJDK-Webseite. |
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Führen Sie folgenden Befehl aus, um OpenJDK zu installieren:
sudo dnf install <openjdk-Paketname>
Beispiele:
sudo dnf install java-21-openjdk.x86_64
sudo dnf install java-25-openjdk.x86_64
sudo dnf install java-latest-openjdk.x86_64
OpenJDK für Entwicklungszwecke installieren
Um das Java Development Kit, die Laufzeitumgebung und die zugehörigen Entwicklungswerkzeuge zu installieren:
sudo dnf install <openjdk-Paketname>-devel
Beispiele:
sudo dnf install java-21-openjdk-devel.x86_64
sudo dnf install java-25-openjdk-devel.x86_64
sudo dnf install java-latest-openjdk-devel.x86_64
Installieren einer älteren Java-Version
Eine ältere Version von Java installieren:
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Installieren Sie die Paketquelle „Adoptium Temurin Java“:
sudo dnf install adoptium-temurin-java-repository
Aktivieren Sie anschließend die Drittanbieter-Paketquellen:
sudo fedora-third-party enable
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Führen Sie folgenden Befehl aus, um die verfügbaren Versionen aufzulisten:
dnf search temurin
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Kopieren Sie die Version von Temurin, die Sie installieren möchten.
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Führen Sie den folgenden Befehl aus, um das Temurin-JDK zu installieren:
sudo dnf install <temurin-Paketname>
Beispiele:
sudo dnf install temurin-8-jdk.x86_64
sudo dnf install temurin-17-jdk.x86_64
Oracle Java SE installieren
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So installieren Sie Oracle Java SE:
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Navigieren Sie zur Downloadseite für Oracle Java SE und wählen Sie die gewünschte Java-Version aus.
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Akzeptieren Sie die Lizenzvereinbarung und laden Sie die passende tar.gz-Datei für Ihre Systemarchitektur herunter.
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Entpacken Sie die tar.gz-Datei an einem beliebigen Ort. Um sie beispielsweise in das Verzeichnis /opt zu entpacken:
sudo tar xf Downloads/jdk-25_linux-x64_bin.tar.gz -C /opt -
Setzen Sie die Umgebungsvariable JAVA_HOME auf dieses Verzeichnis. Zum Beispiel:
export JAVA_HOME=/opt/jdk-25.0.1.1
Hinweis: Laden Sie immer die neueste verfügbare Version herunter.
Zwischen den Java-Versionen wechseln
Möglicherweise sind mehrere Versionen von Java auf Ihrem System installiert; Sie können zwischen ihnen wechseln.
Nach Ausführung dieses Befehls wird eine Liste aller installierten Java-Versionen angezeigt. Wählen Sie folgendermaßen aus:
sudo alternatives --config java
Geben Sie einfach eine Auswahlnummer ein, um festzulegen, welche ausführbare Java-Datei standardmäßig verwendet werden soll.
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überprüfen:
java -version
JDK-Referenz
Die folgende Liste enthält Java-bezogene Abkürzungen als Referenz:
- JRE
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Java-Laufzeitumgebung; erforderlich zum Ausführen von Java-Code und -Anwendungen
- JVM
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Virtuelle Java-Maschine; Hauptkomponente der JRE
- JDK
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Java Development Kit; wird nur für die Entwicklung und Programmierung benötigt
- SDK
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Software Development Kit; siehe JDK
- JavaWS
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Java Web Start ist ein Framework zum Starten von Anwendungen aus dem Internet
- JavaFX
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JavaFX ist eine Plattform zur Erstellung und Bereitstellung von Desktop- und Rich-Internet-Apps
- OpenJFX
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ist die Open-Source-Implementierung von JavaFX
- OpenJDK
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Open-Source-Projekt hinter der Java-Plattform openjdk.java.net.
- IcedTea
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ist ein Unterstützungsprojekt für OpenJDK (nur für Entwickler) icedtea.classpath.org
- IcedTea-Web
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ist das „Java Web Start“-Paket (enthält nur noch JavaWS, keine Applets mehr); installieren Sie es, um JNPL-Dateien auszuführen
- applets
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ist eine veraltete Technologie; in keinem aktuellen Paket implementiert
- JSE, J2SE, JEE, …
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sind veraltete Abkürzungen für Java Standard & Enterprise Edition; JavaSE ist wie JRE
JDK-Komponenten
Die Hauptbestandteile des JDK sind eine Sammlung von Programmierwerkzeugen, darunter:
appletviewer-
kann verwendet werden, um Java-Applets ohne Webbrowser auszuführen und zu debuggen
apt-
das Annotationsverarbeitungswerkzeug
extcheck-
ist ein Hilfsprogramm zur Erkennung von JAR-Dateikonflikten
idlj-
Der IDL-zu-Java-Compiler. Dieses Hilfsprogramm generiert Java-Bindings aus einer gegebenen Java-IDL-Datei.
jabswitch-
Die Java Access Bridge. Stellt Hilfstechnologien auf Microsoft Windows-Systemen zur Verfügung.
java-
Der Lader für Java-Anwendungen. Dieses Tool ist ein Interpreter und kann die vom javac-Compiler generierten Klassendateien interpretieren. Nun wird ein einziger Launcher für Entwicklung und Bereitstellung verwendet. Der alte Bereitstellungs-Launcher, die JRE, ist nicht mehr im Sun JDK enthalten und wurde durch diesen neuen Java-Lader ersetzt.
javac-
dDer Java-Compiler, der Quellcode in Java-Bytecode umwandelt
javadoc-
der Dokumentationsgenerator, der automatisch Dokumentation aus Quellcodekommentaren erzeugt
jar-
Das Archivierungsprogramm packt zusammengehörige Klassenbibliotheken in eine einzige JAR-Datei. Dieses Tool hilft auch bei der Verwaltung von JAR-Dateien.
javafxpackager-
Werkzeug zum Paketieren und Signieren von JavaFX-Anwendungen
jarsigner-
Signier- und Verifizierungswerkzeug für Jar-Dateien
javah-
der C-Header- und Stub-Generator wird verwendet, um native Methoden zu schreiben
javap-
der Klassendatei-Disassembler
javaws-
der Java Web Start Launcher für JNLP-Anwendungen
JConsole-
Java-Überwachungs- und Verwaltungskonsole
jdb-
der Debugger
jhat-
Java-Heap-Analysewerkzeug (experimentell)
jinfo-
Dieses Dienstprogramm liest Konfigurationsinformationen aus einem laufenden Java-Prozess oder einem Absturzprotokoll aus. (experimentell)
jmap-
Dieses Dienstprogramm gibt die Speicherbelegung für Java aus und kann Speicherbelegungen gemeinsam genutzter Objekte oder Heap-Speicherdetails eines bestimmten Prozesses oder Core-Dumps ausgeben. (experimentell)
jmc-
Java Mission Control
jps-
Das Java Virtual Machine Process Status Tool listet die instrumentierten HotSpot Java Virtual Machines (JVMs) auf dem Zielsystem auf. (experimentell)
jrunscript-
Java-Befehlszeilen-Skript-Shell.
jstack-
Dienstprogramm zum Ausgeben der Java-Stacktraces von Java-Threads (experimentell)
jstat-
Java Virtual Machine-Statistiküberwachungswerkzeug (experimentell)
jstatd-
jstat-Daemon (experimentell)
keytool-
Werkzeug zur Manipulation des Keystores
pack200-
JAR-Kompressionswerkzeug
policytool-
Das Werkzeug zur Erstellung und Verwaltung von Richtlinien kann Richtlinien für eine Java-Laufzeitumgebung festlegen und angeben, welche Berechtigungen für Code aus verschiedenen Quellen verfügbar sind
VisualVM-
Visuelles Werkzeug zur Integration mehrerer JDK-Befehlszeilenwerkzeuge und leichter Leistungs- und Speicherprofilierungsfunktionen [Erläuterungen notwendig]
wsimport-
Erzeugt portable JAX-WS-Artefakte zum Aufrufen eines Webdienstes.
xjc-
Teil der Java API for XML Binding (JAXB). Sie akzeptiert ein XML-Schema und generiert Java-Klassen.
Das JDK enthält außerdem eine vollständige Java-Laufzeitumgebung, die aufgrund ihrer Trennung von der „regulären“ JRE und ihres zusätzlichen Inhalts üblicherweise als private Laufzeitumgebung bezeichnet wird. Sie besteht aus einer Virtuellen Java-Maschine und allen in der Produktivumgebung vorhandenen Klassenbibliotheken sowie zusätzlichen Bibliotheken, die nur für Entwickler nützlich sind, wie beispielsweise den Internationalisierungs- und den IDL-Bibliotheken.
Weitere Ressourcen
Für Java in Fedora, siehe:
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IRC-Kanal #fedora-java auf Freenode
Weitere Informationen zu Java im Allgemeinen finden Sie hier:
Für die Entwicklung von Java-Anwendungen sollten Sie die folgenden Open-Source-IDEs in Betracht ziehen:
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