QEMU verwenden

Richard Gregory Version unspecified Last review: 2020-11-05
QEMU ist eine sehr flexible Virtualisierungstechnologie, allerdings ist sie recht langsam. Es wird daher empfohlen, alternative Lösungen zu prüfen und zu bewerten, bevor Sie sich für QEMU entscheiden. Weitere Informationen finden Sie unter Erste Schritte mit Virtualisierung.

QEMU

QEMU ist ein generischer Open-Source-Prozessoremulator, der durch dynamische Übersetzung eine gute Emulationsgeschwindigkeit erreicht.

QEMU verfügt über zwei Betriebsmodi:

  • Vollständige Systememulation. In diesem Modus emuliert QEMU ein komplettes System (z.B. einen PC), einschließlich Prozessor und verschiedener Peripheriegeräte. Es kann verwendet werden, um verschiedene Betriebssysteme zu starten, ohne den PC neu zu starten, oder um Systemcode zu debuggen.

  • Benutzermodusemulation (nur Linux-Host). In diesem Modus kann QEMU Linux-Prozesse, die für eine CPU kompiliert wurden, auf einer anderen CPU ausführen.

Herunterladen

QEMU ist in den Fedora-Paketquellen verfügbar. Es kann mit DNF installiert werden:

$ su -c "dnf install qemu"

QEMU-Befehle

Um die installierten QEMU-Befehle zu erkunden, führen Sie folgende Schritte aus:

$ ls /usr/bin/qemu-*

Ersetzen Sie in den folgenden Beispielen alle Platzhalter „qemu“ durch Ihren Befehl zum Ausführen von qemu. Z.B.

qemu-system-i386

oder

qemu-i386

Dies gilt natürlich nicht für „qemu-img“.

Installation einer virtuellen QEMU-Maschine

Erstellen Sie das virtuelle Abbild für das System:

$ qemu-img create fedora.qcow 5G

Selbstverständlich sind Sie nicht verpflichtet, 5 GB zu nehmen.

Hinweis: Selbst wenn Sie 10 GB auswählen, bedeutet das NICHT, dass das Abbild tatsächlich 10 GB groß ist. Es bedeutet lediglich, dass Ihr neues System auf maximal 10 GB begrenzt ist. Wenn das neue System beispielsweise nur 1,2 GB Speicherplatz benötigt, ist auch das Abbild nur 1,2 GB groß.

Jetzt installieren wir das Betriebssystem. Legen Sie die Installations-CD ein und geben Sie in Ihrer Konsole Folgendes ein (alles in einer Zeile ohne Zeilenumbruch):

$ qemu -cdrom /dev/cdrom -hda fedora.qcow -boot d -net nic -net user -m 196 -rtc base=localtime

Die Option „-user -net“ ist wichtig, um auf Ihrem neuen System Internetzugriff zu haben. „-m 196“ legt die Größe des virtuellen Arbeitsspeichers (in Megabyte) fest; der Standardwert ist 128 MB, ich habe 196 MB gewählt.

Die Installation kann einige Zeit dauern. Nach der Installation versucht QEMU, das neue Betriebssystem selbst zu starten. Dies kann fehlschlagen (so war es bei mir) – aber keine Sorge. In diesem Fall schließen Sie einfach das QEMU-Fenster und geben Sie folgenden Befehl in Ihre Konsole ein, um Ihr neues Betriebssystem zu starten:

$qemu fedora.qcow -boot c -net nic -net user -m 196 -rtc base=localtime

ISO-Abbilder testen

Geben Sie im richtigen Verzeichnis Folgendes ein:

$ qemu -m 512M -cdrom <iso-Dateiname>.iso

Fehlerbehebung

Um die Kernel-Ausgabe in eine Datei außerhalb des virtuellen Systems zu schreiben, fügen Sie beispielsweise „-serial file:/tmp/qemu-output.log“ zur QEMU-Befehlszeile hinzu. Fügen Sie beim Starten des virtuellen Systems „console=ttyS0“ zu den Kernel-Bootparametern hinzu.

Diese Ausgabe ist besonders hilfreich, wenn Sie Probleme beim Hochfahren des Systems haben. In diesem Fall sollten Sie möglicherweise auch „rhgb“ und „quiet“ aus den Kernel-Bootparametern entfernen.