Verständnis von Drittanbieter-Software im Vergleich zu von Fedora veröffentlichter Software

Rowan Puttergill, Fedora Dokumentationsteam Version F42 and newer Last review: 2026-05-08
Diese Seite erläutert den Unterschied zwischen Software von Drittanbietern und Software, die in offiziellen Fedora-Veröffentlichungen enthalten ist; dabei werden die Unterschiede, die Verwaltung sowie wichtige Aspekte für beide Kategorien behandelt.

Was ist von Fedora veröffentlichte Software?

Die Software einer Fedora-Veröffentlichung umfasst alle Pakete, die Teil der offiziellen Paketquellen der Fedora-Distribution sind. Dazu gehören die fedora- und die updates-Paketquelle; gemeinsam bilden sie den vollständigen, offiziell unterstützten Paketsatz für eine Fedora-Veröffentlichung.

Fedora stellt zudem Softwarepakete in weiteren Paketquellen für Entwicklungs- und Testzwecke bereit, etwa rawhide für den aktuellen Entwicklungszweig und updates-testing für Pakete, die vor der Aufnahme in die Pakete für stabile Aktualisierungen getestet werden. Der Begriff „Von Fedora veröffentlichte Software“ bezieht sich jedoch speziell auf Pakete, die in den stabilen Paketquellen fedora und updates für eine bestimmte Fedora-Version enthalten sind.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Paketquellen und deren Zweck finden Sie hier.

Charakteristiken der von Fedora veröffentlichten Software

Überprüfung und Erprobung

Alle Pakete in den Fedora-Paketquellen durchlaufen vor ihrer Aufnahme strenge Tests und Überprüfungen durch die Community des Fedora-Projekts. Die Pakete müssen strikte Paketquellen-Standards erfüllen und Qualitätsprüfungen bestehen.

Verfügbarkeit des Quellcodes

Die gesamte Software der Fedora-Veröffentlichungen ist Open Source und darf frei genutzt, verändert und verbreitet werden. Der Quellcode ist in den Fedora-Paketquellen verfügbar und muss den Lizenzrichtlinien von Fedora entsprechen.

Pflege durch die Community

Jedes Paket in Fedora hat Betreuer, die für Aktualisierungen, Sicherheitspatches und Fehlerbehebungen zuständig sind. Die Wartung erfolgt über den Fedora-Arbeitsablauf zur Paketwartung sowie mithilfe von Werkzeugen wie Bodhi.

Integration in den Veröffentlichungszyklus

Die Software der Fedora-Veröffentlichungen folgt dem offiziellen Fedora-Veröffentlichungszyklus. Bei stabilen Versionen wird der Paketstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eingefroren; Aktualisierungen erfolgen über die Updates-Paketquelle gemäß der Fedora-Richtlinie für Aktualisierungen.

Freie Weitergabe

Sämtliche Software der Fedora-Veröffentlichungen kann kostenlos über die offiziellen Fedora-Paketquellen heruntergeladen und installiert werden.

Was ist Drittanbieter-Software?

Als Software von Drittanbietern werden Pakete und Anwendungen bezeichnet, die nicht in den offiziellen Fedora-Paketquellen enthalten sind.

Warum Software möglicherweise in den Fedora-Paketquellen fehlt

Software kann aus verschiedenen Gründen in den offiziellen Fedora-Paketquellen fehlen:

  • Sie ist durch Softwarepatente belastet oder verwendet eine Lizenz, die nicht mit den Richtlinien von Fedora vereinbar ist. Einzelheiten hierzu finden Sie unter Fedora und Softwarepatente.

  • Bisher hat es noch niemand für Fedora paketiert. Wenn Sie helfen möchten, denken Sie darüber nach, Fedora-Paketbetreuer zu werden.

  • Was speziell Treiber betrifft, so paketiert Fedora keine „Out-of-Tree“-Kernel-Treiber. Treiber müssen beim Upstream-Linux-Kernel eingereicht und dort akzeptiert werden, bevor Fedora sie aufnimmt.

Installationsmethoden

Drittanbietersoftware kann folgendermaßen installiert werden: - Drittanbieter-Quellen für Pakete (zum Beispiel RPM Fusion, Copr oder anbieterspezifische Paketquellen) - Container-Abbilder (Flatpak oder Snap) - Archive zur manuellen Installation, die alle Abhängigkeiten enthalten (AppImage) - Sprachspezifische Paketverwaltungen wie pip (Python), npm (Node.js) oder Cargo (Rust) - Kompilieren aus dem Quellcode (Drittanbieter-Software) - Direktes Herunterladen von Binärpaketen von Anbieter-Webseiten

Charakteristiken von Drittanbieter-Software

Unabhängige Wartung

Software von Drittanbietern wird von Stellen außerhalb des Fedora-Projekts gepflegt. Der Betreuer oder Softwareanbieter kümmert sich um Aktualisierungen, Sicherheitspatches und die Kompatibilität zu Fedora-Versionen.

Unterschiedliche Qualität und Support

Qualität, Gründlichkeit der Tests und Verfügbarkeit des Supports variieren je nach Drittanbieter stark. Einige Projekte von Drittanbietern bieten hervorragenden Support und regelmäßige Aktualisierungen, während andere möglicherweise weniger aktiv gepflegt werden.

Flexibilität der Lizenzierung

Software von Drittanbietern kann unter beliebigen Lizenzen stehen, einschließlich proprietärer, kommerzieller oder Open-Source-Lizenzen. Manche Software von Drittanbietern darf unter Umständen gar nicht weitergegeben oder verändert werden.

Potenzielle Kompatibilitätsprobleme

Da Software von Drittanbietern unabhängig entwickelt und gewartet wird, wurde sie möglicherweise nicht mit allen Fedora-Versionen umfassend getestet. Insbesondere beim Wechsel zwischen Fedora-Hauptversionen können Kompatibilitätsprobleme auftreten.

Sichere Verwendung von Drittanbieter-Software

Wenn Sie sich entscheiden, Software von Drittanbietern unter Fedora zu verwenden, befolgen Sie diese bewährten Vorgehensweisen:

Überprüfen Sie die Herkunft

  • Laden Sie Software nur von offiziellen Projekt-Webseiten oder bekannten, vertrauenswürdigen Quellen herunter

  • Vermeiden Sie das Herunterladen aus nicht vertrauenswürdigen Quellen oder Spiegelservern

  • Prüfen Sie die Authentizität von Paketen anhand digitaler Signaturen, sofern diese verfügbar sind

Schauen Sie nach dem Pflegezustand der Quelle

  • Prüfen Sie bei Drittanbieter-Paketquellen, ob diese aktiv gepflegt werden

  • Stellen Sie sicher, dass die Pakete aus dieser Paketquelle zu Ihrer Fedora-version kompatibel sind

  • Überprüfen Sie die Sicherheits- und Wartungspraktiken der Paketquelle

Abhängigkeiten verstehen

  • Beachten Sie, dass Pakete von Drittanbietern mit Fedora-Paketen in Konflikt stehen können

  • Lesen Sie vor der Installation sorgfältig die Abhängigkeiten

  • Ziehen Sie containerisierte Lösungen(Flatpak,Snap) zur Isolierung von Systempaketen in Betracht; oder AppImage für eigenständige Anwendungen, die ihre eigenenAbhängigkeiten mitbringen

Ihr System aktuell halten

  • Aktivieren Sie automatische Aktualisierungen, sofern möglich

  • Überprüfen Sie regelmäßig auf Aktualisierungen aus Drittanbieterquellen

  • Deinstallieren Sie Software, die Sie nicht mehr verwenden, um potenzielle Sicherheitsrisiken zu minimieren

Verwenden Sie Drittanbieter-Software mit Bedacht

Bei der Verwendung von Drittanbieter-Paketquellen wie RPM Fusion oder anderen:

  • Installieren Sie nur Paketquellen vertrauenswürdiger Herkunft

  • Aktivieren Sie keine sich überschneidenden Paketquellen gleichzeitig

  • Entfernen Sie Paketquellen, sobald sie nicht mehr gebraucht werden oder nicht mehr gepflegt werden

  • Seien Sie sich dessen bewusst, dass Drittanbieter-Paketquellen Abhängigkeitskonflikte verursachen können

Bekannte Drittanbieter-Paketquellen

Zu den bekannten Quellen für Software von Drittanbietern für Fedora gehören:

  • RPM Fusion – Stellt Pakete bereit, die in Fedora aus lizenzrechtlichen Gründen eingeschränkt sind (Multimedia-Codecs, Treiber)

  • Flathub – Bietet Flatpak-Anwendungen in Containern mit Sandboxing-Funktionalität

  • Snap Store – Stellt als Snapcontainerisierte Anwendungen bereit

  • AppImage – Eigenständige, portable Anwendungen fürdie einfache Verbreitung

  • Upstream-Projekte – Viele Open-Source-Projekte pflegen ihre eigenen Paketquellen

  • Anbieter-Paketquellen – Anbieter kommerzieller Software (zum Beispiel JetBrains, Slack) stellen häufig offizielle Paketquellen bereit

  • Copr – Paketquelle für Fedora-Community-Projekte, das von der Community gepflegte Pakete bereitstellt

  • Sprachspezifische Paketverwaltungen – Installieren SieBibliotheken und Werkzeuge direkt aus den Ökosystemen der jeweiligen Programmiersprachen,wie etwa Python (pip), Node.js (npm) und Rust (Cargo)

Copr wird von der Fedora-Infrastruktur nicht offiziell unterstützt. Die Verwendung der Pakete erfolgt auf eigene Gefahr.