Protokolle in Fedora ansehen

JJ Asghar, hector louzao, Mirek Jahoda Version F31 and newer Last review: 2020

Logdateien enthalten Meldungen über das System, einschließlich des Kernels, der Dienste und der darauf laufenden Anwendungen. Diese Informationen helfen bei der Fehlerbehebung oder der Überwachung der Systemfunktionen. Fedora verwendet den System- und Dienstmanager systemd. Mit systemd werden Meldungen der meisten Dienste im systemd-Journal gespeichert. Dieses ist eine Binärdatei, die mit dem Befehl journalctl aufgerufen werden kann.

Systemtools, die nicht systemd für ihre Protokolle verwenden, speichern diese weiterhin als einfache Textdateien im Verzeichnis /var/log/. In Fedora gibt es zwei Möglichkeiten, auf Systemprotokolle zuzugreifen:

  • Die Befehlszeile

  • Grafische Anwendungen

Protokolldateien über die Befehlszeile anzeigen

Mit dem Befehl journalctl lassen sich Meldungen im Systemjournal über die Befehlszeile anzeigen. Für einfache Textprotokolldateien können generische Werkzeuge verwendet werden:

  • cat, more, less, tail oder head.

  • Der Befehl grep dient zur Suche nach spezifischen Informationen.

  • ein beliebiger Texteditor Ihrer Wahl (nano/pico/vim/emacs)

Bitte beachten Sie, dass Sie möglicherweise sudo-Zugriff benötigen, um diese Dateien anzuzeigen.

Systeminformationen mit journalctl anzeigen

  • Um alle gesammelten Journaleinträge anzuzeigen, verwenden Sie einfach:

journalctl
  • Um Protokolle einer bestimmten Datei anzuzeigen, können Sie dem Befehl journalctl einen Dateipfad übergeben. Das folgende Beispiel zeigt alle Protokolle des Kernel-Geräteknotens /dev/sda:

$ journalctl /dev/sda
  • Um das Protokoll des aktuellen Systemstarts anzuzeigen, verwenden Sie die Option -b:

$ journalctl -b
  • Um die Kernel-Protokolle des vorherigen Systemstarts anzuzeigen, können Sie die Option -k hinzufügen:

$ journalctl -k -b -1

Protokollinformationen mit journalctl für einen bestimmten Dienst anzeigen

  • Sie können Protokolle so filtern, dass nur diejenigen angezeigt werden, die dem systemd-Dienst „foo“ entsprechen:

$ journalctl -b _SYSTEMD_UNIT=foo
  • Treffer können kombiniert werden. Um beispielsweise Protokolle für systemd-Units anzuzeigen, die mit foo und der PID Nummer übereinstimmen:

$ journalctl -b _SYSTEMD_UNIT=foo _PID=Nummer
  • Wird das Trennzeichen „+“ verwendet, können zwei Ausdrücke logisch mit ODER verknüpft werden. Um beispielsweise alle Meldungen des Dienstes foo mit der PID sowie alle Meldungen des Dienstes foo1 (von allen seinen Prozessen) anzuzeigen, können Sie Folgendes tun:

$ journalctl -b _SYSTEMD_UNIT=foo _PID=Nummer + _SYSTEMD_UNIT=foo1
  • Wenn zwei Treffer auf dasselbe Feld verweisen, werden alle Einträge angezeigt, die einem der beiden Ausdrücke entsprechen. Beispielsweise zeigt dieser Befehl Protokolle an, die mit einer systemd-Unit foo oder einer systemd-Unit foo1 übereinstimmen:

$ journalctl -b _SYSTEMD_UNIT=foo _SYSTEMD_UNIT=foo1
Die Dateien zur Dienstmodifikation werden in einem Verzeichnis innerhalb von /etc/systemd/system gespeichert. Weitere Informationen zu systemd finden Sie unter understanding-and-administering-systemd.adoc#Understanding Systemd Services

Ältere Protokolle mit journalctl anzeigen

  • Um ältere Protokolle anzuzeigen, verwenden Sie die Option --list-boots:

Hier wird eine tabellarische Liste der Boot-Nummern, ihrer IDs und der Zeitstempel der ersten und letzten Nachricht zum jeweiligen Bootvorgang angezeigt:

$ journalctl --list-boots
-8 42cdeac65d494e938b9cb92f315b08a4 Mon 2018-11-12 10:36:42 CET—Mon 2018-11-12 20:08:24 CET
-7 c110d2b8705345b786fe310de628bfc7 Tue 2018-11-13 10:29:27 CET—Tue 2018-11-13 10:04:00 CET

Mit dieser ID können Sie journalctl wie gewohnt verwenden:

$ journalctl --boot=ID _SYSTEMD_UNIT=foo
  • Um mehr über journalctl zu erfahren, lesen Sie die Handbuchseite:

$ man journalctl

Gnome Logs zum Anzeigen von Protokolldateien verwenden

Die Anwendung GNOME Protokolle bietet ein komfortables GUI-Werkzeug zum Anzeigen des systemd-Journals. GNOME Protokolle ist derzeit nicht standardmäßig auf Fedora-Systemen installiert.

  • Sie können Gnome Protokolle mit dem Standard-Softwareinstallationsprogramm Ihres Systems installieren. Auf einer Fedora Workstation mit GNOME-Desktopumgebung:

    • Drücken Sie die Super-Taste.

    • Geben Sie Software ein.

    • Geben Sie im Suchfeld Protokolle ein und wählen Sie in der Ergebnisliste den Eintrag GNOME Protokolle aus.

    • Installieren Sie die Anwendung.

  • Sie können GNOME Protokolle auch über die Befehlszeile mit dnf installieren:

$ sudo dnf install gnome-logs

In GNOME Protokolle können Sie nach Zeiträumen filtern, innerhalb der Protokolle suchen und Kategorien anzeigen lassen.

  • Um einen Protokolldateityp auszuwählen, wählen Sie in der Seitenleiste von GNOME Protokolle den anzuzeigenden Typ aus.

  • Um einen Zeitraum auszuwählen, klicken Sie in der Menüleiste auf Protokoll und wählen Sie dann einen Zeitraum aus.

  • Um in den Protokollen zu suchen, wählen Sie eine Protokolldatei aus dem Ergebnisbereich aus.

    1. Klicken Sie auf das Suchsymbol.

    2. Geben Sie im Suchfeld ein oder mehrere Suchkriterien ein.